18.04.2013

Wasserkraft einmal anders: Energie AG nimmt in Tschechien das erste Trinkwasser-Kraftwerk in Betrieb

Seit mehr als 10 Jahren engagiert sich die  Energie AG Oberösterreich als Qualitätsanbieter von Dienstleistungen rund um die Wasserver- und Abwasserentsorgung. In mehr als 1.000 Gemeinden und Verbänden mit rund 1,1 Millionen Einwohnern werden Betriebs- und Instandhaltungsservices von der Quelle bis zum Kunden erbracht. In Chrudim hat die Energie AG heute das erste Trinkwasserkraftwerk in Betrieb genommen: Die Nutzung der Trink-Wasserkraft ist ein wesentlicher Beitrag, die Effizienz in der energieintensiven Wasserversorgung nachhaltig zu verbessern.
 
Energie AG-Generaldirektor Leo Windtner: „Experten-Know-how der Energie AG-Mitarbeiter in der Wasser-Gruppe ist die Grundlage für eine nachhaltig wirtschaftliche und effiziente Betriebsführung im Sinne der Städte und Gemeinden.“
 
Seit dem Jahr 2001 ist die Energie AG Oberösterreich über ihre Tochtergesellschaften in der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung tätig. Die Wasser-Gruppe ist als erstes österreichisches Wasserunternehmen umfassend nach den Normen Qualität ISO 9.001, Umwelt ISO 14.001, Sicherheit ISO 18.001 zertifiziert. Dieser Qualitätslevel wird auch bei den tschechischen Beteiligungen angelegt, weshalb auch hier umfassende Zertifizierungen und Akkreditierungen für Qualität, Umwelt und Sicherheit der Gesamtunternehmen oder von Teilbetrieben (z.B. Laboratorien) bestehen.

Die Wasser-Gruppe  der Energie AG im Überblick

 
Gruppe
2011/12
AT/SI CZ
Umsatz (EUR Mio.) 131,3 8,7 122,6
Fakturiertes Trinkwasser (Mio. m³) 53,3 8,5 44,8
Fakturiertes Abwasser (Mio. m³) 44,0 0,0 44,0
Versorgte Einwohner Trinkwasser 1.048.000 173.000 875.000
Versorgte Einwohner Abwasser 696.000 - 696.000
Wasserversorgungsanlagen 156 2 154
Abwasseranlagen 264 - 264
Mitarbeiter  1.637 59 1.578
Verträge mit Kommunen 1.078 38 1.040
Wasserleitungsnetz (km) 8.287 244 8.043
Kanalnetz 3.876 - 3.876
Kanalservice (km/a) 1.000 1.000 -
 
„Wir sehen uns als Qualitätsanbieter“, sagt Energie AG-Generaldirektor Leo Windtner, der vor allem das oberste Ziel der Wasser-Gruppe hervorhebt: „Wir stehen für eine sichere Versorgung mit Trinkwasser höchster Qualität sowie für eine fach- und umweltgerechte Aufbereitung der Abwässer!“ Sowohl in Österreich als auch im Ausland hat die Wasser-Gruppe der Energie AG binnen weniger Jahre einen hervorragenden Ruf erarbeitet. 
 
Über die WasserdienstleistungsGmbH WDL ist die Energie AG Oberösterreich österreichweit mit ihren Dienstleistungen am heimischen Wassermarkt tätig. Die Services reichen von kleinen Wartungsarbeiten bei Hydranten, über Wasserverlustanalysen bis zur Betriebsführung ganzer Netze.

Energie AG ist seit 2004 erfolgreich am tschechischen Markt tätig

Vor allem Tschechien ist jener Markt, auf dem die Energie AG seit 2004 tätig ist und sich zu einem der bedeutendsten Anbieter entwickelt hat. Auch hier ist die Energie AG entlang des gesamten Trinkwasserstroms – von der Quelle zu den Kunden und weiter bis zur Kläranlage – tätig. 
Heute werden in Tschechien rund 900.000 Einwohner in fast 1.000 Gemeinden, Städten und Verbänden zuverlässig versorgt und für eine intakte Umwelt entsorgt. 
 
Die Wasser-Gruppe der Energie AG hat mit dem Know-how in ihren Unternehmen wesentlich zur positiven Entwicklung der Wasserversorgung in den betreuten Städten und Gemeinden beigetragen: Die Experten der Energie AG konnten
  • die Wasserverluste durch Sanierungsmaßnahmen um bis zu 30 % reduzieren,
  • die Störungen am Wasserleitungs- und Kanalnetz um bis zu 40 % verringern,
  • die Wasserqualität auf hohem Niveau um 3 % steigern,
  • die Qualität des gereinigten Abwassers um bis zu 10 % verbessern und
  • die Verfügbarkeit der Versorgung (ungeplante Ereignisse) mit 99,997% auf höchstem Niveau halten  (18 Minuten pro Jahr, pro versorgtem Einwohner).

Deutliche Effizienzsteigerung bei der energieintensiven Wasseraufbereitung und Abwassereinigung

Ebenfalls Ziel der Wasser-Gruppe ist es, die Effizienz der betreuten Anlagen deutlich zu verbessern. Durch Modernisierungen und Neubauten konnte vor allem die Effizienz des Energieeinsatzes in nahezu allen betreuten Versorgungsanlagen verbessert werden:
  • um 14% wurde der spezifische Stromverbrauch in kWh/m³ reduziert,
  • um 10% wurde der Selbstversorgungsgrad mit Wärme von rund 70% auf rund 80% gesteigert,
  • um 15% wurde der Selbstversorgungsgrad mit Erdgas  von rund 70% auf rund 85% gesteigert.
Diese Effizienzsteigerungen sind im Bereich der Pumpenanlagen (Wasserversorgung) aber vor allem der maschinen- und damit energieintensiven  Wasser- und Abwasseraufbereitung (z.B. Belüftung) von Bedeutung. 
 
Gemeinsam mit den Instituten verschiedener Universitäten hat die Wasser-Gruppe eine „Taskforce Energieeffizienz“ gegründet, die sich unter anderem folgenden Themen an Energie AG-Standorten in Tschechien widmet:
  • Energieeffizienz in der Abwasserreinigung mit  VUT Brünn und VS Chrudim
  • Modellierungsprogramme für die energetische  Optimierung der Abwasserreinigungsprozesse VŠCHT Prag, ASIO Brünn, VS Chrudim 
Aktuell werden an den Standorten in Tschechien insgesamt 15 unterschiedliche Projekte zur Steigerung der Energieeffizienz umgesetzt und erprobt.

Energie AG-Premiere in Tschechien: Trink-Wasserkraftwerk wurde offiziell in Betrieb genommen

Heute, Donnerstag, wurde im Wasserwerk Chrudim das erneuerte Trinkwasserkraftwerk der Energie AG-Wasser-Gruppe eröffnet. Es ist in die Wasseraufbereitungsanlage Slatinany-Monaco integriert. Das Wasserwerk steht im Eigentum der kommunalen VAK Chrudim a.s., Betreiber ist eine Tochtergesellschaft der Energie AG, die VS Chrudim a.s. Diese hat das bestehende Kraftwerk modernisiert und dabei den Wirkungsgrad von ursprünglich unter 30 auf über 70 % mehr als verdoppelt. Der erzeugte Strom wird zu einem Drittel direkt in der Wasseraufbereitungsanlage genutzt, zwei Drittel werden in das öffentliche Stromnetz eingespeist.
 
Das Wasser fließt von der Talsperre Križanovice über rund 11 km durch eine 600mm-Rohrleitung zur Wasseraufbereitungsanlage. Das alte Kraftwerk war seit 1994 in Betrieb und hatte aufgrund des schlechten Anlagenzustands einen Wirkungsgrad von nicht einmal 30%. Das Trinkwasserkraftwerk verfügt nach der Modernisierung über drei Pumpenturbinen mit Asynchrongeneratoren. Damit ist eine Jahresstromproduktion von bis zu 510 MWh (entspricht rund dem Jahresstrombedarf von 150 Haushalten) möglich. Die Gesamtkosten der Modernisierung belaufen sich auf rund 260.000 Euro. Durch die Modernisierung des Trinkwasserkraftwerkes können jährlich fast 400 Tonnen CO2 eingespart werden.
 
Ein weiteres Trinkwasserkraftwerk wird derzeit am Standort der VAK Beroun in den Anlagen Praskolesy und beim Hochbehälter Beroun in Beroun geprüft und evaluiert.

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