28.08.2018

Energie AG errichtet in Marchtrenk und Traun-Pucking Österreichs höchste Fischwanderhilfen

201808 23 Energie AG Kraftwerk Marchtrenk Fischwanderhilfe

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Die Energie AG Oberösterreich bekennt sich zur Nachhaltigkeit und dem Erhalt einer lebenswerten Umwelt. Daher werden die in der europäischen Wasserrahmenrichtlinie gesetzten Ziele, Flüsse wieder für Fische und sonstige Wasserlebewesen passierbar zu machen, gemäß dem Maßnahmenplan Schritt für Schritt umgesetzt: Bei den beiden leistungsstärksten Laufwasserkraftwerken an der Traun, den Kraftwerken Traun-Pucking und Marchtrenk, werden zwei neue Fischwanderhilfen errichtet. In Traun-Pucking entsteht jetzt der höchste Fischaufstieg Österreichs. Beide Wanderhilfen überwinden zusammen eine Höhe von mehr als 44 Metern und kosten rund 7 Millionen Euro.
Energie AG-Technikvorstand Stefan Stallinger: „Das Ziel, den schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtline mit der Wirtschaftlichkeit auf einen Nenner zu bringen, ist immer schwieriger zu erreichen.“
Die Wasserkraft ist die Säule der heimischen Stromerzeugung. Erneuerbar und rund um die Uhr verfügbar, sorgt sie für die Abdeckung der Grundlast im heimischen Strom-System. Die Rahmenbedingungen für die Wasserkraft haben sich in den vergangenen Jahren allerdings massiv verändert:

• Die Wasserkraft soll – noch mehr als bisher – eine zentrale Rolle bei der Bewältigung der Energiezukunft spielen. Schon jetzt kommen rund zwei Drittel des in Österreich erzeugten Stroms aus Wasserkraftwerken. Für die Umsetzung der Energie- und Klimastrategie soll dieser Anteil weiter steigen.

• Gleichzeitig wird vom Gesetzgeber aber der Durchgängigkeit von Flüssen für Fische, Krebse und andere Wasserlebewesen für den ökologischen Zustand von Fließgewässern besondere Bedeutung beigemessen. Entsprechend wird in der österreichischen Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie vorgeschrieben, wie dieses Ziel beispielsweise im Bereich von Wehranlagen und Wasserkraftwerken umgesetzt werden muss.

Um diesen gesetzlichen Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen hat die Energie AG in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Fischaufstiegsprojekte in Angriff genommen und umgesetzt. Jetzt werden mit dem Bau der Fischwanderhilfe bei den Kraftwerken Traun-Pucking und Marchtrenk in Summe mehr als 7 Millionen Euro investiert. In Traun-Pucking entsteht, gemessen an der Fallhöhe, der höchste Fischaufstieg Österreichs.
Die Wasserdotierung der beiden Fischaufstiege sorgt allerdings jedes Jahr für eine Mindererzeugung von sauberem Strom aus Wasserkraft im Ausmaß von mehr als 600 Haushalten. Zum Vergleich: In Österreichs größtem Photovoltaik-Forschungskraftwerk, dem SolarCampus der Energie AG in Eberstalzell, wird jährlich Strom für rund 350 Haushalte erzeugt.

Derzeit wird umgesetzt:
• Fischwanderhilfe für das KW Marchtrenk: Fallhöhe 20 m, Vertical-Slot-Fischpass mit 143 Betonbecken auf einer Länge von 1,3 Kilometer, davon etwa die Hälfte naturnahe Bachstrecke
 
• Fischwanderhilfe für das KW Traun-Pucking: Fallhöhe 26 m, Vertical-Slot-Fischpass mit 176 Betonbecken auf einer Länge von 3,1 Kilometer, davon rund drei Viertel naturnahe Bachstrecke
 

„Lösungen mit Augenmaß und Hausverstand“ erforderlich

Energie AG-Technikvorstand Stefan Stallinger weist auf das Spannungsfeld zwischen Umweltschutz, Klimazielen und Erzeugungszielen der erneuerbaren Energien hin: „Wir bekennen uns zum schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen - bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtline sind allerdings die ökologischen und ökonomischen Interessen nur mehr schwer auf einen Nenner zu bringen.“
Die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) der EU und die entsprechende Umsetzung im österreichischen Wasserrechtsgesetz fordern, die Wasserqualität in den Fließgewässern zu verbessern und die durchgängige Passierbarkeit für Wasserlebewesen herzustellen. Während die Gewässer in Österreich als sehr sauber gelten, sieht der Gesetzgeber die Notwendigkeit, im Bereich von Kraftwerken oder Wehranlagen, aber auch in Mündungsbereichen von Nebengewässern, die Passierbarkeit für Fische und sonstige Wasserorganismen herzustellen – bei der gleichzeitigen Forderung, für mehr saubere und umweltfreundliche Stromerzeugung aus Wasserkraft zu sorgen.
Vorteile der Wasserkraft müssen erhalten bleiben

„Wir wollen Lösungen mit Augenmaß und Hausverstand. Das heißt, dass Wasserkraft nicht ausschließlich als Belastung der Umwelt und Gewässerökologie gesehen werden darf, sondern auch die Vorzüge der erneuerbaren, CO2-freien und nachhaltigen Stromerzeugung aus Wasserkraft und ihre Bedeutung bei der Erreichung der rot-weiß-roten Energieziele berücksichtigt werden müssen. Es braucht daher ein sorgfältiges Abwägen der Interessen“, sagt Stallinger.
Insgesamt droht der heimischen Stromversorgung bei der Umsetzung der Richtlinie österreichweit ein Gesamtverlust im Ausmaß von 1.800 GWh, was dem Jahresstromverbrauch von mehr als einer halben Million Haushalten entspricht. Dabei würden auch Umbaukosten von bis zu von 400 Millionen Euro entstehen.
Bei den Wasserkraftwerken der Energie AG belaufen sich die Investitionen auf ca. 16 Millionen Euro, die durch die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie entstehen. Eine Reihe von Maßnahmen wurden bereits umgesetzt, die derzeit in Bau befindlichen sind die bislang größten im Bereich der Energie AG.
Maßnahmen, die sich nachweislich positiv auf die Natur auswirken, werden seitens der Energie AG aber seit jeher forciert. Um bei der Vielzahl der ökologischen Anforderungen aber auch die richtigen Maßnahmen zu setzen, sind in vielen Bereichen noch weitere Forschungen notwendig. Die Energie AG unterstützt daher aktiv auch Forschungsprojekte, die nach effizienten Lösungen suchen und dabei speziell auch die Auswirkungen auf die Stromerzeugung berücksichtigen.

Umgesetzte Maßnahmen

In jüngster Zeit wurden bereits entsprechend dem Maßnahmenplan bei zahlreichen Wasserkraftwerken der Energie AG in Oberösterreich und Salzburg Fischaufstiegshilfen errichtet und verschiedene ökologische Verbesserungen umgesetzt.
• KW Pucking, Anbindung Sipbach (unterhalb des Kraftwerkes)
• KW Marchtrenk, Anbindung Altarm (Biotop)
• KW Weinbach
• KW Stadl-Paura (insgesamt 3 Fischaufstiege)
• KW Humpelmühle
• KW Spannberg
• KW Bad Goisern
• KW Großarl
• KW Gmunden (Fischlift)
• KW Partenstein (Fischlift) – noch in Bau

Unternehmensinformation

Die Energie AG Oberösterreich ist der moderne und leistungsfähige Anbieter für Strom, Gas, Wärme, Wasser sowie Entsorgungs- und Informations- und Kommunikationstechnologie-Dienstleistungen. Der Konzern steht für höchste Qualität und Zuverlässigkeit der Produkte, Prozesse und Services. Als kompetentes und wettbewerbsorientiertes Unternehmen wird den Kunden ein faires Preis-/Leistungsverhältnis garantiert.


Die Energie AG Oberösterreich Kraftwerke GmbH entwickelt, errichtet und betreibt Wasserkraftwerke in Oberösterreich, Salzburg und in der Steiermark. Außerdem betreibt sie thermische Kraftwerke und Anlagen an den Standorten Timelkam und Riedersbach zur Erzeugung von Strom und Wärme.
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20180831 FAH Marchtrenk VD Stallinger, Gsf Rechberger
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