14.10.2020

Weiterer Impuls für Energiewende in OÖ: Wels am Weg zur klimafreundlichsten Stadt Österreichs

Landesrat Markus Achleitner, Werner Steinecker (Generaldirektor Energie AG Oberösterreich), Florian Niedersüß (Vorstandssprecher eww ag) und der Welser Bürgermeister Andreas Rabl.

Pressekonferenz EWW Wels Strom Signing Achleitner Steinecker Niedersüß Rabl Fernwärme Auskopplung WAV

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Mehr Lebensqualität, mehr Klimaschutz und das Heben von Synergien – das sind die Ziele der Zukunftsinitiative von eww ag, Wels Strom GmbH und Energie AG Oberösterreich. Jetzt konnten die Rahmenverträge unterschrieben werden. Die Unternehmen machen die Wärme- und Energieversorgung für den Zukunftsraum Wels noch nachhaltiger, leistungsstärker und sicherer. Die Eckpunkte:

• eww ag und Energie AG Oberösterreich werden die klimafreundliche Wärmeversorgung für die Haushalte und Unternehmen im Raum Wels massiv ausbauen. Dafür wird deutlich mehr Abwärme aus der Welser Abfallverwertungsanlage genutzt.


• Die Energie AG OÖ wird ab 2022 das neue Kraftwerk Traunleiten und somit die gesamte Kraftwerkskette an der Traun betreiben. Das steigert die Effizienz bei der Produktion von grünem Strom.


• Die vertiefte Zusammenarbeit der beiden Unternehmen bei Wärme und Strom bedeutet einen großen Beitrag für den Klimaschutz, erhöht die Versorgungssicherheit und Lebensqualität und bringt zudem Synergieeffekte.

Wirtschafts- und Energie-Landesrat Markus Achleitner, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Energie AG Oberösterreich:
„Oberösterreich hat sich mit seiner Energiestrategie ‚Energie-Leitregion OÖ 2050‘ zum Ziel gesetzt, zu einer internationalen Leitregion für Energieeffizienz und erneuerbare Energieträger zu werden. Oberösterreich ist bereits jetzt ein Land der Wasserkraft: Rund 67 % unseres gesamten Stromverbrauchs und 85 % unserer Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien kommen aus Wasserkraft. Mit der Übernahme der Betriebsführung der gesamten Kraftwerkskette an der Traun durch die Energie AG wird die erneuerbare Energieerzeugung noch effizienter gesteuert und die Versorgungssicherheit am Standort OÖ weiter erhöht. Der Großraum Wels mit der Stadt im Mittelpunkt ist einer der dynamischsten Wirtschaftsräume unseres Landes, zudem gibt es hier wichtige Forschungseinrichtungen und Technologieunternehmen in Sachen Energie. Die Energiesparmesse WEBUILD und die World Sustainable Energy Days sind auch europaweit sichtbare Aushängeschilder. Mit der nun engeren Zusammenarbeit zwischen Wels Strom, eww ag und Energie AG Oberösterreich wird der nächste Schritt hin zu mehr Energieeffizienz und nachhaltiger Produktion gelegt. Damit wird ein weiterer wichtiger Impuls für die Energiewende in Oberösterreich und Österreich gesetzt.“

Bürgermeister Andreas Rabl, Vorsitzender des Aufsichtsrates der eww ag:
„Mit dem Ausbau der Fernwärme werden künftig Tonnen von CO2-Emissionen in Wels eingespart. Die Zusammenarbeit von Wels Strom, eww ag und Energie AG Oberösterreich zeigt, dass gemeinsam eine klimafreundliche und nachhaltige Energiezukunft Wirklichkeit wird. Schon jetzt können mit dem Kraftwerk Traunleiten alle Welser Haushalte mit grünem Strom versorgt werden. Der Einsatz der Abwärmenutzung ist ohne Zweifel zentral für die Bekämpfung des Klimawandels.“

Generaldirektor Werner Steinecker, Energie AG Oberösterreich:
„Das Welser Fernwärmenetz wurde schon bisher mit einem Großteil der benötigten Abwärme aus unserer Abfallverwertungsanlage Wels versorgt. Mit einem weiteren Ausbau der Abwärmenutzung können wir künftig die gesamte Wärmeversorgung für das Fernwärmenetz bereitstellen. Gleichzeitig erlaubt uns durch die Übernahme der Betriebsführung der Wasserkraftwerke an der Traun eine noch bessere Steuerung, weil die gesamte Traunkette jetzt in unserem Regime ist. Unter dem Strich ist es Win-Win-Situation für alle Beteiligten.“

Vorstandssprecher Florian Niedersüß, eww ag:
„In unserem Unternehmen beleuchten wir jede Investition unter dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit. Denn wir wollen Wels mit unseren Kunden Wels zur klimafreundlichsten Stadt Österreichs machen – zur Stadt mit dem höchsten Anteil an nachhaltig erzeugter Energie. Mit dem Neubau des Kraftwerkes Traunleiten ist uns ein großer Schritt gelungen, die Produktion wurde nahezu verdoppelt, damit können alle Haushalte in Wels mit grünem Strom versorgt werden. Jetzt wollen wir gemeinsam die saubere Fernwärme verdoppeln und damit zur wichtigsten Heizform in Wels machen. Denn das Heizen ist mit Abstand der größte Hebel beim Erreichen von Klimazielen und bei der deutlichen Reduktion von Schadstoffen.“

Verträge unterzeichnet
Die Rahmenverträge für die „Zukunftsinitiative Strom- und Wärmeversorgung Wels“ wurden soeben von eww ag und Energie AG Oberösterreich unterzeichnet – diese gelten ab 2022, vorbehaltlich kartellrechtlicher Genehmigungen. Die beiden Unternehmen investieren in eine klimafreundliche und nachhaltige Energiezukunft, setzen damit wichtige wirtschaftliche Impulse in der Region und steigern die Produktion sauberer Energie. Die Nutzung der ohnehin entstehenden wertvollen Abwärme bei der Welser Abfallverwertungsanlage wird weiter ausgebaut.
Die effizientere Zusammenarbeit bringt für beide Unternehmen Synergien bei der Wärme- und Stromversorgung, die Freiraum für künftige Investitionen in die Infrastruktur schaffen.
Die Initiative stärkt die regionale Infrastruktur und ermöglicht es künftig Tausenden Haushalten und Unternehmen in Wels und Umgebung, eine besonders klimafreundliche, komfortable Wärme zu beziehen.

Die wichtigsten Schritte der neuen Zusammenarbeit bei der Fernwärme:
• Die Welser Abfallverwertung wird die Wärmeauskopplung von aktuell rund 180 GWh auf rund 390 GWh mehr als verdoppeln – und wird dafür knapp 7 Millionen Euro investieren. Damit kann auch eine deutlich höhere Nachfrage stabil und vollständig abgedeckt werden.
• 2021 wird eine zweite große Transportleitung von der Welser Abfallverwertung in den Norden der Stadt gebaut. Das Investitionsvolumen dafür beträgt rund 8 Millionen Euro.
• Das Fernwärmenetz in Wels und Thalheim wird stark ausgebaut bzw. verdichtet, verbunden mit attraktiven Angeboten für eww Kunden. In den Ausbau werden 2021 rund 4 Millionen Euro und danach jährlich rund 2 bis 3 Millionen Euro investiert.
• Ab 1. Mai 2022 wird die Wärmelieferung an die eww ag von der Energie AG Oberösterreich Umwelt Service übernommen, aktuell ist der Wärmelieferant noch die Wels Strom GmbH.
• Der Betrieb des Fernheizkraftwerkes Wels wird am 1. Mai 2022 eingestellt, weil das Ende der technischen Lebensdauer erreicht ist und das Kraftwerk mittelfristig nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden kann. Am Standort werden 2021 zwei hochmoderne Heißwasserkessel als Absicherung für die Fernwärmeversorgung errichtet, rund 6,5 Millionen Euro werden dafür investiert.
• Das Gesamtvolumen für diese Initiative bei der Fernwärme liegt also allein 2021 bei rund 26 Millionen Euro.

Die wichtigsten Schritte der neuen Zusammenarbeit beim Strom:
• Die Energie AG Oberösterreich Erzeugung wird ab 1. Jänner 2022 die Betriebsführung des neuen Kraftwerkes Traunleiten und einiger kleinerer Kraftwerke (wie zum Beispiel Breitenbach) übernehmen. Damit wird die Kraftwerkskette an der Traun durchgehend von der Energie AG betrieben und die Energieerzeugung kann noch effizienter gesteuert werden. Die Kraftwerke bleiben im Eigentum der Wels Strom GmbH.
• Die Wels Strom GmbH beabsichtigt, das Stromnetz per 1. Jänner 2022 an die eww ag zu verpachten.
• Die Wels Strom GmbH wird den Stromvertrieb forcieren und sich auf die Rolle des Asset Owners fokussieren.

Die wichtigsten Vorteile für Kunden:
• Mehr nachhaltige Energie und höhere Versorgungssicherheit bei Wärme und Strom für Kunden der eww ag. Beides ist in den vergangenen Monaten mehr und mehr in den Fokus gerückt.
• Nur noch ein Ansprechpartner für Strom, Wärme, Wasser, Abwasser und Telekommunikation, weil der Betrieb der Welser Versorgungsnetze künftig aus einer Hand erfolgt.

Beitrag zur Klimawende
In der Wärmeversorgung liegt extrem viel Potenzial, um die CO2-Emissionen zu verringern. Nur ein Haushalt, der von einer fossilen Heizung auf Fernwärme umsteigt, spart bis zu 2.280 kg CO2 pro Jahr. Das entspricht der Bindungsleistung von 182 großen Bäumen.

Aktuell werden 14.800 Haushalte mit Fernwärme versorgt. Durch die Kooperation von eww ag und Energie AG können in den nächsten Jahren Tausende Haushalte auf Fernwärme umgestellt werden. Im Endausbau könnten zwischen 80 und 90 Prozent aller Welser Haushalte (rund 26.000) und viele Unternehmen mit Fernwärme versorgt werden.

Absicherung von Arbeitsplätzen
Die Wels Strom GmbH beschäftigt rund 110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Davon arbeiten rund 80 in Bereichen, die von der eww ag und Energie AG Oberösterreich weiterentwickelt werden. Gemeinsames Ziel bis zum Inkrafttreten der neuen Struktur ist es, für möglichst alle Mitarbeiter eine Weiterbeschäftigung in Wachstums- und Zukunftsbereichen der Unternehmen zu erreichen.

Information zur eww ag
Die eww ag erzielte 2019 einen gruppenweiten Umsatzerlös von knapp 244 Mio. Euro. 735 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fanden in der Unternehmensgruppe einen spannenden Arbeitsplatz. Die Wels Strom GmbH ist eine gemeinsame Gesellschaft der Energie AG Oberösterreich und der eww ag. 104 Mitarbeiter erwirtschafteten 2019 einen Umsatz von rund 86 Millionen Euro.

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